Taijiquan- und Qi Gong-Probestunden: meine seltsamsten Erfahrungen und wie ich mir Unterricht wünsche

Ich hatte das Glück, dass ich bei meiner ersten Taijiquan-Probestunde direkt bei einer tollen Lehrerin gelandet bin. Aber nach einem Umzug musste ich mich neu orientieren. In der neuen Stadt habe ich einige Probestunden besucht und da habe ich Dinge erlebt, die ich seltsam fand.

Ich möchte diese Erlebnisse mit Dir teilen. Nicht um den/die LehrerIn schlecht zu machen (alle Kurse, von denen ich schreibe, waren gut besucht!). Aber es ist doch so: wenn Du noch nie vorher Taijiquan oder Qi Gong gemacht hast, dann weißt Du gar nicht, was eigentlich “normal” ist. Deshalb hier ein paar Dinge, die ich seltam fand. Und ich schreib auch gleich dazu, wie ich finde, wie ein Kurs sein sollte.

Ich war mal bei einem Lehrer in der Probestunde, der konnte kaum deutsch oder englisch. Für den Alltag haben seine Sprachkenntnisse wahrscheinlich gereicht, aber im Unterricht möchte ich Fragen stellen können. Spezifische Fragen zu Taijiquan bzw. Qi Gong. Und dafür ist es nun mal wichtig, dass der Lehrer mich versteht und antworten kann. Meinetwegen kann der Unterricht ja auch auf Englisch sein oder jemand übersetzt, aber ich finde, wir sollten uns verständigen können. Der/die LehrerIn sollte meine Sprache sprechen (oder jemand übersetzt).

In einer anderen Schule konnte ich eine Probestunde in einem laufenden Kurs machen, und es war wirklich viel los. Es waren ca. 30 SchülerInnen da. Als es ans Form laufen ging, standen vorne die Fortgeschrittenen und hinten die AnfängerInnen. JedeR lief für sich die Form wie weit man eben kam. Das war ein ziemliches Gewusel. Ich stand hinten und der Anfängerin neben mir wurde aufgetragen, sie sollte mir mal den Beginn die Form beibringen. Danach habe ich für den Rest der Stunde den Lehrer nicht mehr gesehen. Ich finde aber: Der/die LehrerIn (oder zumindest einE fortgeschritteneR AssistentIn) sollte sich (wenigstens kurz) um mich kümmern. Ist das zuviel verlangt?

Lustig fand ich auch, wie wir in einem Kurs zum Aufwärmen gejoggt sind. Ich muss dazu sagen: ich finde joggen furchtbar. Wenn ich joggen wollte (so als Crosstraining), dann ginge ich joggen, aber nicht in einen Taijiquan- und Qi Gong-Kurs. Interessant war auch die Probestunde, wo wir zu lauter chinesischer Musik sehr schnell sehr viele Qi Gong-Übungen abgespult haben. Die Übungen waren an sich gut, aber es ging wahnsinnig schnell! Zwischendurch mal im Dantian sammeln war auch nicht möglich. Ich möchte beim Taijqiuan und Qi Gong zur Ruhe kommen können.

Am Ende einer anderen Probestunde habe ich mich gefragt, ob ich dort wieder hingehen möchte. Und als ich aus der Tür gehe, da kommt mir ein Lied in den Sinn: “Du trägst keine Liebe in Dir”. Okay, ich bin nicht wieder hingegangen, denn: Ich möchte den Taijiquan- und Qi Gong-Unterricht mit einem positiven Gefühl verlassen.

Das waren meine seltsamsten Erfahrungen in Probestunden und wie ich finde, wie es eigentlich sein sollte. Und jetzt interesiert mich, was Du für Erfahrungen gemacht hast? Wie sieht der Unterricht aus, zu dem Du gerne gehst?

Lass Dein Qi fließen!

Angelika