Taijiquan Ausbildung: was Du bedenken solltest

Du übst also nun seit ein paar Jahren Taijiquan und möchtest Dein Wissen weiter vertiefen. Deshalb denkst Du darüber nach, eine Taijiquan Ausbildung zu absolvieren. Aber wie? wo? bei wem? Das Angebot an Ausbildungen ist ganz schön groß. Vielleicht hat Dich Dein Lehrer schon darauf angesprochen, vielleicht hast Du aber auch eine der vielen Anzeigen im Taijiquan & Qi Gong Journal gesehen. Aber solltest Du wirklich eine Taijiquan Ausbildung machen?

Ich habe mir ein paar Gedankenanstöße überlegt und Links herausgesucht, die Dir weiterhelfen können auf Deinem Taijiquan-Weg!

Zunächst solltest Du für Dich die Frage klären: was willst Du eigentlich mit einer Taijiquan Ausbildung erreichen?

Ziel der Taijiquan Ausbildung: die persönliche Entwicklung

Mal angenommen, Du möchtest einfach nur Dein Wissen vertiefen und immer weiter ins Taijiquan einsteigen. Wenn Du gar nicht unbedingt unterrichten willst, dann brauchst Du ja eigentlich gar keine komplette Ausbildung.

Falls Du es nicht schon getan hast, fang doch mal mit intensiven Wochenendseminaren an! Es werden bestimmt welche an Deiner Schule angeboten. Du kannst Dir auch mal die anderen Schulen in Deiner Umgebung ansehen. Oder verbinde ein Wochenendseminar mit einem Kurztrip in eine andere Stadt. Kalender mit Seminaren in ganz Deutschland findest Du z.B. hier oder hier.

Ziel der Taijiquan Ausbildung: Taijiquan als Nebenjob

Es ist ja auch möglich, dass Du Taijiquan unterrichtest, aber Deinen aktuellen Hauptjob behältst. Taijiquan wird quasi zu Deinem Nebenjob mit nur ein paar Unterrichtsstunden pro Woche. Ich vermute mal, dass Du dann auch an Deiner bisherigen Schule unterrichten möchtest.

Daher ist wohl am besten, wenn Deine Ausbildung von der Schulleitung akzeptiert wird! Sprich doch einfach mal Deinen Lehrer oder Deine Lehrerin darauf an, beim wem er oder sie denn die Ausbildung absolviert hat. Optimalerweise ist dieseR AusbilderIn sogar in einem der großen Netzwerke TQN oder DDQT zertifiziert. Aber natürlich gibt es auch gute AusbildungerInnen, die nicht in einem Netzwerk organisiert sind.

Ziel der Taijiquan Ausbildung: Taijiquan als Hauptjob

Oder Du gehst den radikalsten Weg und möchtest in der Zukunft Deinen aktuellen Job komplett kündigen und Vollzeit Taijiquan unterrichten. Dann kann ich Dir aus eigener Erfahrung zu folgenden Schritten raten:

Du solltest auf jeden Fall Dein aktuelles Taijiquan-Netzwerk nutzen (= Deine aktuelle Schule). Dort bist Du schon bekannst und es wird für Dich relativ einfach sein, dort ein paar Stunden zu unterrichten. Dementsprechen ist es natürlich notwendig, Deine Ausbildungspläne mit der Schulleitung zu besprechen. Dein Lehrer oder Deine Lehrerin kann Dir sicher gute Hinweise geben, wo Du eine Taijiquan Ausbildung machen kannst.

Dabei musst Du gar nicht unbedingt zum Ausbilder Deines Lehrers gehen. Du kannst ja auch eine andere Ausbildung wählen und mit neuen Formen, Waffenarten etc. das Repertoire der Schule ergänzen. Genau das solltest Du natürlich vorab klären, ob das überhaupt möglich und gewünscht ist!

Als Vollzeit-KursleiterIn wirst Du nicht nur an einer einzigen Schule unterrichten, um genug Geld zu verdienen. Sondern an sehr vielen verschiedenen Orten, z.B. in Turnhallen, in Unternehmen, im Park, auf Events etc. Umso wichtiger ist es, dass Du guten Unterricht anbietest. Mit dem Hinweis auf eine zertifizierte und qualitätsgesicherte Ausbildung ist es natürlich einfacher, neue SchülerInnen zu gewinnen.

Die bekanntesten Zertifizierungen in Deutschland werden vom TQN bzw. DDQT vergeben. Sie haben sich auf Allgemeine Ausbildungsrichtlinien (AALL) geeinigt, die Du hier nachlesen kannst. Listen mit den AusbilderInnen, die diese Allgemeinen Ausbildungsrichtlinien erfüllen, findest Du hier: TQN-AusbilderInnen und DDQT-AusbilderInnen.

Jetzt noch zum unternehmerischen Teil: Wenn Du Dich also nach der Taijiquan Ausbildung selbständig machen möchtest, dann musst Du Dich auch mit freiberuflichen, finanziellen, steuerlichen,… Details beschäftigen! Mir hat damals dieses Buch sehr geholfen: Der Leitfaden für freie unterrichtende, beratende und therapeutische Berufe. Der Autor bietet für TQN-Mitglieder auch eine kostenlose Telefonberatung in Steuer-, Versicherungs- und Marketingfragen an.

So, ich hoffe, dass Du Dir jetzt genauer darüber klar bist, was Du eigentlich möchtest. Und wie Du die für Dich am besten geeignete Taijiquan Ausbildung findest!

Da hier auch einige AusbilderInnen, LehrerInnen und KursleiterInnen mitlesen, was ist denn Eure Meinung? Was würdet ihr einem “am Anfang Stehendem” raten?

Lass Dein Qi fließen!

Angelika

P.S.: Als ich meine Ausbildung gemacht habe, habe ich mich natürlich auch sehr mit der Traditionellen Chinesischen Medizin beschäftigt. Falls Du mehr darüber erfahren möchtest, sieh Dir doch mal mein Arbeitsbuch TCM für TaijilerInnen an!

Ein Gedanke zu „Taijiquan Ausbildung: was Du bedenken solltest

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