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6 Ideen, um täglich Taijiquan und Qi Gong zu üben

Ich bin davon überzeugt, dass Du erst dann so richtig von Taijiquan und Qi Gong profitierst, wenn Du jeden Tag übst. Deshalb habe ich nochmal ein paar Ideen gesammelt, wie Du Dich zum täglichen Üben motivieren kannst:

Hab Spaß! Übe das, was Dir gerade gut tut und Dir Freude bereitet. Nicht umsonst gibt es Leute, die vom Taijiquan spielen reden (auch wenn ich selber das seltsam finde, siehe hier). Ich empfehle Dir, statt verbissen Dein Programm abzuspulen: spiele!

Stell Dir vor, wie es Dir in Zukunft gehen wird. Stell Dir vor wie Du beweglicher, entspannter, gesünder wirst. Lass Dich von diesem Bild mitreißen und fange an zu übe.

Ziel: langes Leben! Mein Ziel ist es, so lange zu leben, dass ich meine Enkelkinder sehen kann – und mit ihnen toben kann! Was ist Dein Ziel?

Entspann Dich „echt“! Manchmal möchte man nach einem anstrengendem Tag einfach nur auf dem Sofa zusammenbrechen. Nutze die Gelegenheit, Dich körperlich und geistig wirklich zu entspannen. Lauf Deine Form oder mach eine schöne Qi Gong-Übung.

Such Dir einen Trainingspartner. Vielleicht gibt es ja in Deiner Gruppe eine Person, mit der Du Dich öfter treffen möchtest zum üben und fachsimpeln.

Lies ein motivierendes Buch – am bestens eins mit Übungen, damit Du Lust bekommst, anzufangen. Ich greife in solchen Momenten gerne zu Meister Li’s Mit dem Herzen lächeln: da sind einfache Übungen drin, die ich gleich machen kann und schon bin ich am Üben!

Ich habe mir ja auch Anfang des Jahres vorgenommen, jeden Tag zu üben: Taijiquan, Qi Gong oder Meditation. Und bisher klappt es auch recht gut. Wie sieht es bei Dir aus? Übst du täglich?

Angelika

 

Wie ich versuche regelmäßig zu üben

Ich gebe zu: ich habe im letzten Jahr sehr wenig Taijiquan und Qi Gong geübt. Denn ich habe stattdessen einige andere Dinge „geübt“: wickeln, stillen, Baby rumtragen, essen, auf den Spielplatz gehen, schlafen. 24 Stunden sind schnell vorbei, wenn man das alles ausgiebig „übt“!

Aber dieses Jahr starte ich wieder durch mit Taijiquan und Qi Gong: ich möchte jeden Tag üben! Und auf dem wunderbaren Blog Zen Habits betont Leo Babauta immer wieder, dass es eigentlich ganz einfach ist, eine Gewohnheit zu entwickeln.

  • Ich fange mit einer kleinen täglichen Einheit an
  • Ich steigere dann die Übungsdauer
  • Und nach ein paar Wochen ÜBE ICH JEDEN TAG 1 STUNDE QI GONG UND TAIJIQUAN!

Super Plan, oder? Das klingt doch wirklich einfach und deshalb probier ich das seit Anfang des Jahres aus. Ich habe mit 5 Minuten Übungsdauer angefangen, inzwischen bin ich bei 40 Minuten!

Allerdings habe ich folgendes festgestellt: ich schaffe es nicht, jeden Tag zu üben. Der 1. und 2. Tag fällt mir leicht. Tag 3 und 4 klappt auch meistens noch. Aber spätestens wenn das Wochenende kommt, ist es vorbei! Ein Wochentag sieht einfach komplett anders aus als ein Wochenendtag.

An einem Wochentag sieht mein Üben so aus: ich bin allein zuhause und kann mich voll aufs üben konzentrieren, immer zur selben Zeit und am selben Ort: perfekt!

Wochenendtage sind Familientage. Ebenso Feiertage und Kinderkranktage. Selbst wenn ich an so einem Tag übe bin ich nicht allein, kann ich nicht an meinem Lieblingsort stehen (Wohnzimmer, da spielen die Kinder), die Übungszeit hängt davon ab wann es gerade passt (Mittagsschlaf, sofern er stattfindet) und sowieso sind solche Tage irgendwie: Chaos!

Ich habe mal nachgedacht, was ich denn ändern könnte. Früher aufstehen ist keine Option, weil die Kinder oft schon um 5:30 wach sind und ich bin Langschläferin. Abends, wenn die Kinder im Bett sind, bin ich so kaputt, dass ich bei meditativen Übungen sogar schon eingeschlafen bin.

Also habe ich mir eine andere Lösung überlegt: ich habe festgestellt, dass ich eine ganz bestimmte Vorstellung habe, wie ich üben möchte. Ich möchte nur unter perfekten Bedingungen üben. Und das ist doch Quatsch! Wie oft sind die Bedingungen denn schon perfekt?

Also möchte ich loslassen von diesem Übungsideal, vom perfekten Moment und Raum.

Ich werfe mich ins Leben und übe unter den Umständen, wie sie eben sind.

Ich bin selber gespannt, ob ich das schaffe. Denn je länger ich darüber nachdenke, wird mir klar, dass ich deshalb auch so ungerne draußen übe: da ist Wind, Leute gucken, auf der Wiese liegt ein Stein, überhaupt ist die Wiese ganz uneben! Also gilt auch fürs draußen üben:

Ich werfe mich ins Leben und übe unter den Umständen, wie sie eben sind.

 

Happy Qi!

Angelika