Ein Buch darüber wie das Leben aussieht, wenn Frauen die Kontrolle über Familie, Besitz und die Liebe haben

Vor kurzem war ich auf einem Seminar mit dem Thema “Qi Gong für die Frau”. Dort lagen auch ein paar interessante Bücher aus. Eins davon war Das Land der Töchter. Ich lese gerne Frauenbiografien und deshalb habe ich dieses Buch gleich gelesen.

Der Untertitel ist “Eine Kindheit bei den Moso, wo die Welt den Frauen gehört”. Die Moso leben in Südchina an der Grenze von Yunnan zu Sichuan. Myanmar und Tibet sind auch nicht weit. Das Buch wurde von zwei Frauen geschrieben:

Chistine Mathieu ist Anthropologin und hat sich intensiv mit der Moso-Kultur beschäftigt, bevor sie die andere Autorin, Yang Erche Namu, kennengelernt hat.

Yang Erche Namu (geboren 1966) ist eine erfolgreiche Sängerin und Autorin in China. Sie ist aber eben auch eine Moso und berichtet aus ihrer Kindheit. Das Buch endet mit ihrer Zeit an der Musikhochschule in Shanghai.

Was ist denn nun an der Volksgruppe der Moso so besonders? Nun ja, in einer Moso-Familie ist eine Frau das Haushaltsoberhaupt. Da es keine Ehe und somit auch kein “zusammenziehen & Familie gründen” gibt, leben alle im Haus der Mutter. Die erwachsenen Frauen haben jede ihr eigenes Schlafzimmer (das “Blumenzimmer”), wo sie nachts Männer empfangen können (ob und wen bestimmen sie selber).

Innerhalb der Familie sind die Frauen für Haus- und Feldarbeit zuständig, während die Männer viel unterwegs sind, z.B. als Karawanenführer oder Yak-Hirte.

Das Buch ist ganz sicher keine “typisch chinesische” Biografie, weil Yang Erche Namu aus einer kleinen Volksgruppe kommt. Aber gerade weil die Moso-Kultur so besonders, eben matrilinear ist, ist das Buch sehr interessant. Es hat mich beeindruckt und nachdenklich gemacht: wie gut es den Menschen wohl gehen kann, wenn Tratsch verpönt ist, die Frauen das Sagen haben und Haushalt und Liebschaft voneinander getrennt sind.

Also falls Du noch keine Buch für den nächsten Urlaub hast, ich empfehle Dir unbedingt, Das Land der Töchter zu lesen!

Lass Dein Qi fließen!

Angelika

P.S.: Wenn Du nicht abwarten kannst, bis Du das Buch in den Händen hältst, kannst Du hier schon mal weiterlesen:

Der Wikipedia-Eintrag über Yang Erche Namu ist sehr amüsant.

Yang Erche Namu hat einen (chinesischen) Blog. Ich kann zwar kein Chinesisch, aber es ist interessant, relativ aktuelle Fotos zu sehen!

Und bei Wikipedia findest du natürlich auch einen Eintrag zu den Moso.

 

Ein Gedanke zu „Ein Buch darüber wie das Leben aussieht, wenn Frauen die Kontrolle über Familie, Besitz und die Liebe haben

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