Interview mit Akalendra Ludwig über Baguazhang

Letztes Jahr habe ich hier in München Akalendra Ludwig kennengelernt. Zuerst war ich bei einem Push-Hands-Workshop und danach noch bei einem Taijiquan-Workshop (alter Yang-Stil, den er bei Erle Montaigue gelernt hat). Es waren beides wunderbare Workshops. Aber Akalendras größte Leidenschaft ist das Baguazhang. Und so habe ich direkt mal die Gelegenheit genutzt, mit ihm genau darüber zu sprechen.

Hinweise: Das Interview in seiner kompletten Länge findest Du hier. Aber für den Einstieg lies doch gerne erstmal die Kurzversion. Am Ende verweise ich auch nochmal auf Akalendras Homepage, da gibt es noch viel mehr zu entdecken! Z.B. eine Baguazhang-Seminarreihe ab Juni 2017.

Akalendra, kannst Du Dich bitte kurz vorstellen?Baguazhang-Lehrer Akalendra Ludwig

Also, ich bin 1964, im Jahre des Holzdrachen, geboren.

Eigentlich deutete sich recht früh zum ersten Mal in meinem Leben an, daß die Dinge sich in Richtung Innere Kampfkünste oder überhaupt innere Wege entwickeln würden. Ich las mit 13/14 Jahren bereits Kung Zi (Kung tse, Konfuzius) und Lao Zi (Lao tse). Wobei mich letzterer um Längen mehr beeindruckte.

Mit 17/18 begann ich dann einerseits schon recht regelmäßig zu meditieren und auch meine ersten Kung Fu (Gong Fu) Kurse zu besuchen. Ich wechselte aber bald von KungFu – ich denke so mit 19 – zum jüngeren Yangstil TaiJi nach YangChengFu, wie so viele andere. Ich versuchte nebenher aber einiges anderes, wie Kali und Escrima, KiJutsu u.a., wurde aber schon ganz zu Beginn immer wieder zu den inneren chinesischen Kampfkünsten zurückgezogen.

Nach meiner ersten Yangstil-Zeit und meinem Bruch mit einer bekannten, großen Organisation, bei der ich damals begann, hatte ich eine Zeit, wo ich hier mal eine Waffenform, da eine QiGong Form, da mit irgendjemandem viel Partnertraining machte. Aber eigentlich wußte ich noch nicht so recht, in welche Richtung ich eigentlich genau weitergehen sollte. Das war ca. Mitte bis Ende der 80er. Irgendwann Anfang der 90er, stolperte ich in Frankreich über BaGua. Ich kannte das vorher noch gar nicht. Ich las nur den Namen und wußte, daß ich das lernen will.

Hierzulande fand ich einfach damals erst einmal keinen BaGua Lehrer. Also entschied ich mich, weil ich viel Gutes gehört hatte, erst einmal bei Jan Silbersdorf und unter ChenXiaoWang mit Chenstil TaiJi zu beginnen, was ich dann ein paar Jahre verfolgte.

Um die Jahrtausendwende wendete ich mich dann wieder meiner eigentlichen Liebe BaGuaZhang intensiver zu, obwohl ich sie nie wirklich aufgegeben hatte. Ich begann jetzt mich intensiv in das System einzuarbeiten, das Erle Montaigue von HoHoChoy (HeKeCai) bekommen hatte und das weitestgehend Jiangstil BaGua (nach JiangRong Qiao bzw JiangYungQiao) entspricht, aber auch die 8 Tierstile umfaßt. Parallel schmeckte ich immer mal wieder auch in XingYiQuan hinein. Aber das betrachtete ich lang eher noch als eine Affäre am Rande. Auch wenn ich es bisweilen mit viel Spaß als erstklassiges und intensives Powerworkout benutzte. Erst in jüngerer Zeit gehört auch XinYi stärker zu meinem regelmäßigen Trainingsprogramm. Außerdem stellte ich in dieser Zeit mein TaiJi auf den alten und ursprünglichen Yangstil nach YangLuChan um, weil er erstens näher am BaGua war, noch die ursprünglichen Yangstilgeheimnisse beinhaltete und außerdem auch von Erle unterrichtet wurde.

Seit 6 Jahren unterrichte ich nun in München. Vorher war ich eigentlich nie lange genug seßhaft, um irgendwo einen Lehrbetrieb aufzubauen. Ich unterrichte BaGua, alten YangStil, QiGong und bei Gelegenheit auch XingYi. Zur Zeit hauptsächlich in Einzelsessions und Wochenendworkshops.

Was ist eigentlich BaGuaZhang?

BaGuaZhang heißt ungefähr: 8 Trigramme Handfläche(n) oder die Offene Hand der 8 Himmelszeichen (oder Orakelzeichen). (Ba = 8. Gua sind die Himmelszeichen, Orakelzeichen, Trigramme, jene 8 Zeichen aus jeweils drei (Yang- oder Yin-)Linien, aus denen die 64 YiJing Hexagramme zusammengesetzt sind. Das YiJing ist das berühmte Buch der Wandlungen. Zhang = Handfläche oder offene Hand).

Wie auch immer war das wohl nicht der ursprüngliche Name. BaGuaZhang ist sehr wahrscheinlich von DongHaiChuan entwickelt worden, der es Mitte des 19. Jahrhunderts (möglicherweise um 1864) begann, in BeiJing zu unterrichten. Dong lernte wohl sein ganzes Leben irgendwelche Kampfkünste. Zunächst eher shaolin-nahe Stile, die schon offene Hände bevorzugten. Das für BaGua so berühmte Wahrzeichen, das Kreislaufen, lernte er wohl als eine Art Kreislaufmeditation von einer daoistischen Sekte und übernahm die Technik, wegen der speziellen Körpermechanik, die er als grundlegend für jede Art von Kampfkunst erkannte.

Er nannte seine eigene Kunst allerdings zunächst ZhuanZhang, drehende oder sich wendende Hände. Die YiJing Systematik der 8 Trigramme integrierte er wohl später auf Anregung von ihm nahestehenden Scholaren als das grundlegende Ordnungssystem seiner Kunst. Und zwar auf allen Ebenen. Also die 8 Richtungen, 8 Handstellungen, 8 Tiere, 8 Handwechsel oder Sektionen in den Formen etc. Für manche Meister scheint die 8 eher ein praktisches Mittel der Systematik und Organisation zu sein, während andere viel aus der tieferen Symbolik und Energetik der Trigramme auf physischer, mentaler, spiritueller und kosmischer Ebene machen.

Auf jeden Fall macht die Schönheit und Genialität von BaGua aus, daß eine Betonung auf absolute Beweglichkeit und Schnelligkeit im Deplazieren meines Körpers gelegt wird. Ich bin einfach ununterbrochen in Bewegung und wende meine Techniken an, während ich mich von hier nach da bewege. Im Prinzip ohne jemals anzuhalten, weil BaGua von Anfang an als Kampfkunst gegen mehrere Gegner konzipiert war. Parallel dazu wende ich Techniken von Anfang an aus schwierigen und oft verdrehten Positionen an, um zu lernen von überall und aus jeder Lage Kraft zu entwickeln, was meine Flexibilität natürlich deutlich erhöht, aber auch die Vielfalt der Bewegungen. In TaiJi zum Beispiel ist der Ansatz ja lange eher der, erst die optimale Position und Körperausrichtung zu finden, um aus dieser meine Techniken anzuwenden. Wer Spaß an Bewegung hat, ist im BaGua sicher richtig aufgehoben.

Ich habe vor ein paar Jahren mal ein paar Stunden BaguaZhang gelernt. Ich erinnere mich an das Kreislaufen. Wozu ist das eigentlich gut?

Kreislaufen ist einfach in vielen BaGua-Stilen das Basis QiGong. Manchmal wird gesagt es sei die BaGua-Version der Stehenden Säule im TaiJi (ZhanZhuang), oder des SanTiShi-Stehens im XingYi. Aber natürlich gibt es auch im BaGua stilles, stehendes QiGong, zum Beispiel ZhanZhuang mit den 8 Basishänden, einige einbeinige Stellungen und vieles mehr. Das Kreislaufen bereitet den Körper einerseits eben auf das vorher angeführte dauernde Ändern der eigenen Position vor. Wenn Du von drei oder mehr Bösewichtern verfolgt wirst oder in einer Bar gestellt wirst, ist es ziehmlich unklug zu lange an einem Fleck zu verweilen. Du willst Dich aus reinem Selbstschutz so bewegen, daß Du im besten Falle nur immer mit einem gleichzeitig zu tun hast. Du manövrierst Dich entsprechend um die einzelnen Personen herum. Beim Solokreislaufen visualisiere ich meinen primären Gegner im Zentrum des Kreises, um den ich mich herum bewege.

Beim Partnerkreislaufen halte ich Kontakt zu meinem Partner von Handgelenk zu Handgelenk im jetzt gemeinsam Zentrum des Kreises, während wir beide in einer en garde-Stellung uns „umschleichen“. Auf der ersten Ebene ist Partnerkreislaufen ein wunderbares PartnerQiGong. Dann später eine Art PushHands in Bewegung. Und noch später eine Art freies SanSau (es gibt auch festgelegte Formen mit Partner), sobald wir anfangen auf freier Basis Techniken wie Handwechsel, Palmstrikes, Punches, Kicks, Hebel, Würfe etc einzustreuen.

Auf der Solo- wie auf der Partnerebene trainiere ich mit Kreislaufen eine ganze Wundertüte voll wichtiger Dinge. Erstens den Oberkörper vom Unterkörper weitestgehend unabhängig zu bewegen, während ich natürlich die strukturelle Verbindung trotzdem aufrecht erhalte. In den meisten Grundhaltungen weist meine Hüfte prinzipiell in Richtung Kreislinie, ab Taille aufwärts „spirale“ ich meinen Körper aber Richtung Kreiszentrum ein, so daß ich eine Art verbundene spiralige Ausrichtung meines kompletten Körpers auf dem ganzen Weg von den Füßen bis zu den Händen entwickle. Außerdem – speziell in Verbindung mit der Übung der sogenannten inneren und äußeren Handwechsel – entwickle ich ein überaus hohes Maß an Körpergefühl, speziell, was die Beherrschung von Hüftbewegung, Körperdrehungen und Wirbeln um die eigenen Achse angeht, also den Umgang mit Zentrifugalkräften auf den eigenen Körper.

Man trainiert aber darüberhinaus natürlich auch solche Dinge, wie vollkommen geerdetes und doch schnelles Stepping. BaGua wird ja manchmal geradezu die Kampfkunst mit der schnellsten Fußarbeit genannt. Wir nennen das: Wir entwickeln bewegliche Wurzeln. Außerdem trainieren wir bei dieser Art des Kreislaufen ununterbrochen die Ganzkörpermechanik und Kraftentwicklung von tiefen Kicks.

Auf der meditativen Ebene wirkt Kreislaufen sehr zentrierend, wenn Du es über längere Zeit am Stück praktizierst. Dein Zentrum wird zum Zentrum des Kreises, der widerum zum Zentrum der Welt wird.

Und macht man „nur“ dieses Kreislaufen oder gibt es auch noch andere Übungen?

Ansonsten verfügt BaGua über ein wahnsinnig großes Sammelsurium von Basis- und Einzelübungen bis hin zu komplexen Solo-, Partner- und eine Vielzahl von Waffenformen. Es gibt sogar eine zirkuläre Dummyform, die recht selten und relativ unbekannt ist. Oder QiGong Sets vom einfachen Stehen, über Kreislaufen, Trainings zu den diversen Handtechniken, Powerbuilding-QiGongs. Und es gibt die BaGua Tiere als QiGong-Stellungen, also kurze QiGong-Formen, Powerbuilding-Sets und komplette Formen. Das ist einer meiner Lieblingsbereiche,weil die 8 BaGua-Tiere (manchmal auf 12 erweitert) ein so ausgeklügeltes System darstellen, jeweils spezifische Körperbereiche, Bewegungsqualitäten, Mindsets, Techniken, sogar Formen der Kraftentwicklung, aber auch Organe, Meridiane und archetypische Energien zu entwickeln und zu trainieren, daß man nur zu dem Schluß kommen kann, daß absolute Genies diese Systeme schaffen konnten. Das ist ein einzigartiges System. Kann ich nur empfehlen! 😉

Ich habe damals gemerkt, dass das Kreislaufen den Kopf ganz schön durcheinanderwirbelt. Welche Wirkung spürst Du denn am meisten beim Baguazhang? Oder was gefällt Dir am besten daran?

Wenn Dein Kopf so durcheinander gewirbelt wurde, bist Du bestimmt ganz schön schnell gerannt! 😉 Nur dazu: Es gibt durchaus Kreislaufversionen, bei denen die klassische Anweisung lautet, Du sollst Dich so langsam bewegen, daß ein Zuschauer kaum oder gar nicht bemerkt, daß Du Dich überhaupt bewegst! Wenn Du schneller Kreislaufen übst, solltest Du natürlich auch erst die Basisstruktur aller Elemente beim Kreislaufen verinnerlicht haben. Aber ja, dann kann es ganz schön Wirbeln.

Ein Trick, um da durchzukommen ist das Halten Deines Fokus auf das Zentrum des Kreises verbunden mit peripherer Vision. Das heißt, Du fokussierst zwar auf das Kreiszentrum, aber nicht mit dem Zentrum Deines schärfsten Sehens, sondern eher etwas aus dem Augenwinkel und behältst Dein ganzes Blickfeld im Bewußtsein („Eaglevision“). Und wenn Du mal durch das „Wirbeln“ im Kopf durch bist, gibt es kaum etwas zentrierenderes an Bewegungsschule. Es kann eben durchaus eine Meditation für sich sein mit dem Kreiszentrum als Zentrum der Welt.Baguazhang-Lehrer Akalendra Ludwig draußen

Was mir an BaGua wohl am meisten gefällt – obwohl ich mitlerweile nicht mehr solche absoluten Unterschiede mache, weil alle Systeme sich irgendwann in Dir treffen sollten und verbinden – ist sein hohes Maß an Beweglichkeit. Auch wenn BaGua ganz genauso langsam wie TaiJi geübt werden kann.

Dann ist da die Systematik in der Anlage des Trainingsguts, die ich bewundernswert finde. Außerdem hast Du im BaGua in allen Formen kürzere Sequenzen, die Du jeweils als einzelne Kurzformen abwechselnd links und rechts spiegelverkehrt üben kannst, die sich aber trotzdem in sich als runde, abgeschlossene Formen anfühlen.

Das nächste beim BaGua, was mich immer noch total begeistert, sind die Tiere als Gesamtsystem, aber auch in ihren einzelnen Ausdrucksformen, wie ich schon erzählt habe. Du hast unter allen inneren Kampfkünsten vielleicht die größte Vielfalt an Bewegungen. Wenn Du also neben Ruhe, Harmonie, dem Umgang mit Qi und innerer Stärke, neben Kampfkunst und – wenn Du willst – realistischen Selbstverteidigungsmöglichkeiten, also auch noch reine Freude an reiner, lebendiger Bewegung und Beweglichkeit verspürst, dann hast Du in BaGua eine hervorragende Verbindung.

Ich muss ja zugeben, dass Baguazhang mich durchaus reizt, aber ich habe schon so viel mit meinem Taijiquan-üben zu tun. Warum lohnt es sich denn auch als Taijilerin mit Bagua anzufangen?

Weil es den Horizont und das Bewegungsspektrum erweitert! Wenn man nur eine Form übt, besteht immer die Gefahr von „Stilblindheit“, das Kampfkunstequivalent von Betriebsblindheit ;-).

Ich denke, ich übe das Nonplusultra, obwohl ich nie etwas anderes gelernt, vertieft, oder von innen erfahren habe. Jeder Aspekt in nur einem Trainingssystem befruchtet jeden anderen. Schon nur im TaiJi System gibt es ja so viel mehr als nur die Form: PushHands, klebende Hände, SanSau, Schlagtechniken, Kicktechniken, QiGong, Waffenformen, Partnerformen, FaJing-Training. Und jeder Bereich hilft jedem anderen. Generell könnte man etwas polemisch sagen: Trainierst Du nur Deine eine Form, dann vernachlässigst Du Deine Form. Du wirst bestimmte Aspekte von Bewegung, von Struktur, Körperdynamik, Timing, Innerer Kraft, etc nie von innen verstehen, weil Du Dir keine Chance gibst, sie auch zu er-leben, zu trainieren und zu entwickeln. Genauso ist es mit dem Erlernen von zusätzlichen Systemen. Natürlich ist unsere Zeit begrenzt. Aber jedes neue System kann mir einen Aspekt meines Hauptsystems vermitteln, den ich bisher überhaupt nicht entdeckt oder verstanden habe.

Und meine Vorlieben können sich ja durchaus auch ändern. Bei mir tun sie das sogar in ziemlich regelmäßigen Abständen. Was hindert einen denn daran, eine oder mehrere Wochen schwerpunktmäßig die eine Form oder Methode, dann eine oder mehrere Wochen eine andere Form oder Methode im Zentrum zu trainieren. Flankiert dann noch nach Bedarf von der einen oder anderen Nettigkeit hier und da, wie QiGong Basics, Partnertraining etc. Welcher Tänzer, der nur irgend etwas auf sich hält, würde sich jemals damit zufrieden geben nur immer eine einzige Choreographie zu tanzen und das sein Leben lang? Und Du weißt ja nie, was Dich erwartet, bevor Du es ausprobierst.

Wir empfehlen in unserer Schule auf jeden Fall, die Grundelemente von allen drei Systemen – BaGua-TaiJi-XingYi – irgendwann zu lernen. Die Übungen, die jeder aus dem BaGua mit Gewinn praktizieren sollte, sind auf jeden Fall Kreislaufen mit allen acht Händen. Die ersten beiden Handwechsel aus der zentralen Kreisform. Vielleicht ein paar Basisbewegungen der 8 Tiere (für die verschiedenen speziellen Hand/Arm-, Schritt- und Körperbewegungsqualitäten). Dazu Partnerkreislaufen und PushHands im Kreis. Auf der Basis kann sich dann jeder für sich entscheiden, wohin die wunderbare Reise verstärkt gehen soll.

Wenn nun jemand Baguazhang lernen möchte, was gibt es zu beachten?

Was die Stile im BaGua angeht, muß man wissen, daß BaGua von Anfang an die vielleicht kreativste der inneren Kampfkünste war. DongHaiChuan hat nämlich anscheinend tatsächlich nur Schüler angenommen, die schon eine gewisse Meisterschaft in irgendeiner anderen Kampfkunst aufweisen konnten. Als diese dann selbst unterrichteten, haben sie ihrem jeweiligen Unterstil dann natürlich ihren ganz persönlichen „Flavour“ hinzugefügt. Diese Tendenz, eigene Konzepte einfließen zu lassen und das eigene Trainingsgut zu erweitern und zu verändern, pflanzte sich dann offensichtlich durch die Generationen fort, wodurch wir schon in der dritten Generation BaGuaZhang (die zweite nach Dong) eine ganze Menge an Unterstilen finden können, auf jeden Fall sicher mehr als in TaiJi.

Ich würde mich am Anfang nicht so sehr mit der Frage nach einem speziellen Stil beschäftigen. Sondern eher einen Lehrer suchen, der überhaupt BaGua unterrichtet und weiß was er tut.

Aber solche BaGua Lehrer sind immer noch selten hierzulande.

Bücher sind ein weiteres schwieriges Thema. Erstens weil das eher nur VOR-Stellungen in uns kreiert und wir nach Büchern nicht anfangen sollten zu lernen. Außerdem kenne ich da einfach nicht wirklich welche, die mich voll und ganz überzeugt hätten. Dann haben wir hier das Problem, das sich der Leser dann im Zweifelsfall durch ein Buch in einen Stil vertieft, zu dem er dann genau keinen Lehrer findet. Ich empfehle immer, den Weg über die eigene Erfahrung und persönliches Training. Zum Beispiel in München bei mir… 😉

Ansonsten ist die größte Sammlung von speziellem theoretischen BaGua-Wissen mit Sicherheit in den Ausgaben des BaGuaZhang-Journals. Es ist in Amerika in den 80ern und/oder 90ern erschienen ist, aber jetzt wohl vergriffen ist. Aber vielleicht hat die eine oder der andere ja Glück noch an eine Ausgabe zu kommen. (Anmerkung: als CD gibt es das Pa Kua Chang Journal noch!)

Die beste Anweisung, die man geben kann, was bei BaGuaZhang zu beachten ist, ist wahrscheinlich wie bei allem anderen die: Hört auf darüber zu reden, denkt nicht zu viel darüber nach, steht vom Sofa auf, schaltet Euren Bildschirm aus und übt und praktiziert und trainiert und übt und praktiziert und trainiert. Laßt Eure Erfahrungen nicht von anderen machen, sondern macht sie selbst. Das ist der Weg zu innerer Kraft Selbstverwirklichung und Erfüllung in allem.

Akalendra, vielen Dank für das Interview! Ich denke, ich werde doch nochmal Baguazhang ausprobieren!

Und falls DU, LeserIn, mehr erfahren möchtest oder zu einem Workshop kommen möchtest, dann schau Dir mal Akalendras Homepage an, vor allem die Baguazhang-Seminarreihe, die bald startet!

Angelika

 

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